Bereits im Juni führten wir unsere jährliche gemeinsame Großübung mit der befreundeten Feuerwehr Glattbach durch. Mit freundlicher Unterstützung der Pyrotechnik-Fachberater von Stadt und Landkreis Aschaffenburg konnten wir wieder mal ein realistisches, umfangreiches und auch forderndes Szenario erarbeiten und darstellen.
Die Einsatzkräfte wurden zunächst mit dem Stichwort BMA 3 – ausgelöste Brandmeldeanlage in einem Labor – alarmiert.
Der initial alarmierte Löschzug, bestehend aus dem ELW 2 des Landkreises Aschaffenburg, Standort Glattbach, dem HLF Glattbach, der DLK 2 Aschaffenburg und dem LF 3 Aschaffenburg fuhren aus dem Bereitstellungsraum zur Einsatzadresse.
Bei Eintreffen stellte sich die Lage wie folgt dar:
Die Übungsannahme forderte den Einsatzkräften alles ab. Nach einer Verpuffung im 2. Obergeschoss bei Umfüllarbeiten von gefährlichen Stoffen kam es zu einem Brandausbruch. Gleichzeitig traten giftige Chemikalien aus, wodurch mehrere Laboranten bewusstlos wurden und das Gebäude massiv verraucht war.
Im 1. Obergeschoss befand sich die Hausmeisterwohnung, in welchem sich zum Zeitpunkt des Brandausbruchs noch die Familie des Gebäudeverantwortlichen befand.
Weiterhin wurden am Aufzugsmotor im 3. Obergeschoss Wartungsarbeiten durch eine Aufzugsfirma durchgeführt.
Nach Erkundung der Lage durch die Einsatzleitung Florian Ziegler (LZ Damm) und Patrick Rausch (FF Glattbach) wurde das Stichwort auf B4 – Brand und für den Rettungsdienst das Schlagwort auf MANV 10 – 15 erhöht. Zusätzlich wurde der Zug Gefahrgut fiktiv alarmiert.
Nach Anpassung des Schlagwortes fuhren zusätzlich die Fahrzeuge GW L2 Glattbach, MZF Glattbach, HLF 3 Aschaffenburg und V-LKW Aschaffenburg an die Einsatzstelle.
Menschenrettung unter Atemschutz
Umgehend nach dem Eintreffen der ersten Kräfte ging der erste Angriffstrupp unter schwerem Atemschutz zur Menschenrettung vor. Die unübersichtliche Lage erforderte eine präzise Koordinierung. Unter Einsatz der Drehleiter konnten die ersten Personen, welche sich an den Fenstern bemerkbar machten, zügig gerettet und durch Feuerwehrkräfte erstversorgt und betreut werden.
Brandbekämpfung und Gefahrgut-Einsatz
Parallel zur Menschenrettung wurde die Brandbekämpfung eingeleitet.
Da über den ausgetretenen Stoff zunächst noch keine Infos bezüglich Gefährlichkeit und Eigenschaften erlangt werden konnten, wurde ein erweiterter Not-Dekontaminations-Platz am Übergang zwischen Gefahren- und Absperrbereich eingerichtet.
Nach dem Einsatz mehrerer Trupps unter PA wurden eine Vielzahl an Personen aus dem Gebäude gerettet. Aufgrund einer weiteren Explosion im Treppenhaus, welche einen Einsturz eines Teils der Treppe nach sich zog, mussten die Trupps im Innenangriff den Rückzug schließlich über die Drehleiter antreten.
Fazit und Übungsziel
Nach Erreichen der, durch die Übungsvorbereiter vorgegeben, Übungsziele, konnte „Übungsende“ gemeldet werden.
Die Übungsziele – insbesondere das strukturierte Vorgehen nach der sogenannten GAMS-Regel (Gefahr erkennen, Absperren, Menschenrettung, Spezialkräfte anfordern), den Aufbau und Betrieb eines Notdekon-Platzes und das reibungslose Zusammenspiel der Trupps, sowie der in Gesamtheit eingesetzten Feuerwehrkräfte – wurden voll erreicht. Auch die gemischte Einsatzleitung konnte sich bei diesem anspruchsvollen Szenario wertvoll austauschen und meisterten so den Einsatz.
Pflege der Kameradschaft
Da nach einer kraftzehrenden Fortbildung auch das Wiederauffüllen der Energiereserven, sowie das Netzwerken und die Kameradschaftspflege nicht zu kurz kommen dürfen, wurden wir diesmal durch die Feuerwehr Glattbach bewirtet, wobei wir gemeinsam den Tag ausklingen lassen konnten.
Nachfolgend ein paar Fotos der Fortbildung:















